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Laden in der Schweiz 2026: wie dicht ist das Netz wirklich und wo hakt der Ausbau

business2026-08-24 · 3 min read · 43 reads

Die Schweiz zaehlt zu den Laendern mit dem dichtesten Ladenetz Europas, verfehlt aber ihr eigenes Ziel. Ich schaue mir die aktuellen Zahlen zur Ladeinfrastruktur 2026 an, erklaere wo es hakt und wohin die Reise beim Ausbau als Naechstes geht.

Ich werde als Autojournalist immer wieder dieselbe Frage gestellt, wenn es um Elektroautos geht, und sie lautet fast nie, wie schnell das Auto beschleunigt. Vielmehr wollen die Leute wissen, ob man in der Schweiz denn ueberhaupt problemlos laden kann. Genau dieser Frage nach der Ladeinfrastruktur moechte ich heute einmal in Ruhe auf den Grund gehen.

Denn eines ist klar: Das beste Elektroauto nuetzt wenig, wenn man unterwegs keinen Strom findet. Die Verfuegbarkeit von Ladestationen ist die entscheidende Voraussetzung dafuer, dass noch mehr Menschen den Umstieg wagen, und deshalb lohnt sich ein ehrlicher und nuechterner Blick auf den aktuellen Stand des Netzes im Jahr 2026.

Der aktuelle Stand

Fangen wir mit den harten Zahlen an, denn die zeichnen ein durchaus erfreuliches Bild. Laut Angaben des Bundesamts fuer Energie gab es per April 2026 insgesamt 18'284 oeffentliche Ladepunkte an 8535 Standorten in der Schweiz. Das ist ein dichtes Netz, das im Alltag der allermeisten Fahrerinnen und Fahrer schon sehr gut funktioniert.

Diese Zahlen sind naturlich in staendiger Bewegung, und je nach Quelle und Stichtag variieren sie leicht. Eine andere Erhebung nannte etwa per Ende Maerz 2026 rund 17'866 Ladestationen. Fuer mich ist aber weniger die dritte Nachkommastelle entscheidend als der klare Trend, und der zeigt seit Jahren stetig und verlaesslich nach oben.

Besonders stolz duerfen wir Schweizerinnen und Schweizer auf einen internationalen Vergleich sein. Unser Land verfuegt naemlich ueber eines der dichtesten Ladenetzwerke in ganz Europa, mit rund 209 Ladepunkten pro 100'000 Einwohner. Diese hohe Dichte ist ein echter Standortvorteil und nimmt vielen Skeptikern ein zentrales Gegenargument.

Ziel knapp verfehlt

Ein dichtes und zuverlaessiges Ladenetz gilt als entscheidende Voraussetzung dafuer, dass noch mehr Menschen den Umstieg aufs Elektroauto wagen.
Ein dichtes und zuverlaessiges Ladenetz gilt als entscheidende Voraussetzung dafuer, dass noch mehr Menschen den Umstieg aufs Elektroauto wagen.

So positiv das Gesamtbild ist, so ehrlich muss ich aber auch eine kleine Enttaeuschung ansprechen. Die urspruengliche Roadmap sah naemlich vor, dass bis Ende 2025 rund 20'000 allgemein zugaengliche Ladestationen zur Verfuegung stehen sollten. Dieses selbst gesteckte Ziel wurde am Ende jedoch nicht ganz erreicht.

Zur Einordnung: Per Ende Juli 2025 waren es erst knapp 17'000 Ladepunkte. Man naehert sich der runden Marke von 20'000 also nur langsam an, und das zeigt aus meiner Sicht, dass der Ausbau zwar kontinuierlich voranschreitet, aber eben doch nicht so schnell, wie es sich die Politik urspruenglich erhofft und vorgenommen hatte.

Ich finde es wichtig, solche verfehlten Ziele nicht schoenzureden, sondern klar zu benennen. Gleichzeitig warne ich aber vor Schwarzmalerei, denn ein knapp verpasstes, sehr ehrgeiziges Ziel ist etwas voellig anderes als ein gescheiterter Ausbau. Das Netz waechst, es ist dicht, und es funktioniert im Alltag zuverlaessig.

Wohin die Reise geht

Spannend finde ich vor allem den Blick nach vorn, denn die Schweiz denkt bereits einen Schritt weiter. Fuer die Periode 2026 bis 2030 plant das Land, die Roadmap Elektromobilitaet deutlich zu erweitern und dabei neben den klassischen Personenwagen neu auch Lastwagen und leichte Nutzfahrzeuge gezielt mit einzubeziehen.

Diesen Schritt halte ich fuer absolut richtig und ueberfaellig. Denn die Elektrifizierung des Schwerverkehrs ist die naechste grosse Herausforderung, und sie braucht ganz eigene, leistungsstarke Ladeloesungen entlang der Transitachsen. Wer hier fruehzeitig die Weichen stellt, verschafft dem Wirtschaftsstandort Schweiz einen wichtigen Vorsprung.

Ein Blick auf die Technik rundet das Bild ab. Der Typ-2-Stecker fuer das Wechselstromladen ist mit ueber 13'300 Anschluessen nach wie vor am weitesten verbreitet, waehrend der CCS-Stecker als Standard fuer das schnelle Gleichstromladen zunehmend an Bedeutung gewinnt und fuer die Langstrecke immer wichtiger wird.

Mein Fazit faellt daher insgesamt optimistisch aus. Die Schweiz hat beim Laden ihre Hausaufgaben groesstenteils gemacht und gehoert zur europaeischen Spitze, auch wenn beim Tempo noch Luft nach oben bleibt. Ich werde den weiteren Ausbau des Netzes natuerlich weiter fuer euch beobachten, denn er entscheidet mit ueber die Zukunft der Mobilitaet.

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