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Schweizer Automarkt im ersten Halbjahr 2026: Steckerfahrzeuge wachsen weiter

business2026-08-21 · 4 min read · 106 reads

Der Schweizer Automarkt ist im ersten Halbjahr 2026 leicht gewachsen. Steckerfahrzeuge erreichten einen Marktanteil von 36,3 Prozent, doch die Elektromobilität bleibt hinter den politischen Erwartungen zurück. Volkswagen führt den Markt an, während die Ladeinfrastruktur weiterhin eine grosse Herausf

Der Schweizer Automarkt hat sich im ersten Halbjahr 2026 positiv entwickelt und ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gewachsen. Besonders im Fokus stehen die sogenannten Steckerfahrzeuge, also reine Elektroautos und Plug-in-Hybride, die weiter an Bedeutung gewinnen. Dennoch zeigt sich, dass die Elektromobilität hinter den politischen Erwartungen zurückbleibt.

Der Automarkt im ersten Halbjahr 2026

Laut Zahlen des Branchenverbands auto-schweiz wurden in der Schweiz und in Liechtenstein im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 116'584 neue Personenwagen zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von 3,0 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, als 113'133 Fahrzeuge neu in Verkehr gesetzt wurden. Der Markt zeigt sich damit insgesamt robust.

Besonders stark fiel der Monat Juni 2026 aus. In diesem Monat wurden 25'207 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem deutlichen Anstieg von 15,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Zuwachs ist allerdings teilweise auf Kalendereffekte zurückzuführen, da im Juni weniger Feiertage auf Arbeitstage fielen als noch im Vorjahr.

Steckerfahrzeuge auf dem Vormarsch

Die Steckerfahrzeuge, also die Kombination aus reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden, erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen gemeinsamen Marktanteil von 36,3 Prozent. Damit setzen die elektrifizierten Antriebe ihren Wachstumskurs fort und gewinnen kontinuierlich an Boden gegenüber den klassischen Verbrennungsmotoren auf dem Schweizer Markt.

Bei den reinen Elektroautos lag der Marktanteil bei 23,9 Prozent, was einem Zuwachs von 20,2 Prozent entspricht. Die Plug-in-Hybride kamen auf einen Anteil von 13,4 Prozent und legten mit 24,7 Prozent sogar noch stärker zu. Beide Kategorien tragen somit massgeblich zur zunehmenden Elektrifizierung des Schweizer Fahrzeugbestands bei.

Interessant ist auch der Blick auf die übrigen Antriebsarten. Die klassischen Hybridfahrzeuge bildeten mit einem Anteil von 36,5 Prozent die grösste Einzelkategorie überhaupt. Die reinen fossilen Antriebe kamen dagegen nur noch auf 27,2 Prozent, wobei Benzinfahrzeuge um 11,0 Prozent und Dieselfahrzeuge sogar um 22,0 Prozent zurückgingen.

Zwischen Wachstum und politischen Erwartungen

Trotz dieser positiven Entwicklung bei den Neuzulassungen bleibt die Elektromobilität hinter den politischen Zielen zurück. Der Branchenverband weist darauf hin, dass der Anteil der Elektrofahrzeuge am gesamten Fahrzeugbestand nach wie vor nur im einstelligen Bereich liegt. Die natürliche Nachfrage hinkt den politischen Erwartungen also deutlich hinterher.

Diese Diskrepanz verdeutlicht eine zentrale Herausforderung der Verkehrswende. Während die Verkaufszahlen neuer Elektroautos steigen, dauert die Erneuerung des gesamten Fahrzeugbestands deutlich länger, da viele ältere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor noch über Jahre hinweg auf den Strassen unterwegs bleiben werden und nur langsam ersetzt werden.

Die beliebtesten Marken

Auch bei den Automarken zeigt sich im ersten Halbjahr 2026 ein klares Bild. Volkswagen führt den Schweizer Markt mit einem Marktanteil von 11,2 Prozent an und behauptet damit seine Spitzenposition. Auf dem zweiten Platz folgt die Marke Škoda mit 9,5 Prozent, die sich in der Gunst der Schweizer Käuferinnen und Käufer weiter etabliert hat.

Hinter den beiden führenden Marken folgen mehrere Premiumhersteller. BMW erreichte einen Marktanteil von 8,4 Prozent, gefolgt von Mercedes-Benz mit 7,7 Prozent und Audi mit 7,0 Prozent. Diese Rangliste zeigt, dass deutsche Hersteller den Schweizer Automarkt trotz des Wandels hin zur Elektromobilität weiterhin klar dominieren.

Rückblick auf das Jahr 2025

Ein Blick auf das Gesamtjahr 2025 ordnet die aktuelle Entwicklung gut ein. Damals waren 22,8 Prozent der Neuzulassungen vollelektrisch, was rund 51'000 neuen batterieelektrischen Fahrzeugen entsprach. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden ergab sich ein Marktanteil von 33,9 Prozent, und der gesamte Bestand an Elektroautos lag bei etwa 250'000 Fahrzeugen.

Bei den beliebtesten Modellen des Jahres 2025 lag das Tesla Model Y mit 5'080 Neuzulassungen klar an der Spitze. Dahinter folgten der Škoda Enyaq mit rund 4'000 Einheiten und das Tesla Model 3 mit etwa 3'500 Fahrzeugen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sowohl amerikanische als auch europäische Hersteller im Elektrosegment stark gefragt sind.

Die Herausforderung der Ladeinfrastruktur

Die Ladeinfrastruktur bleibt eine der grössten Herausforderungen für die Elektromobilität in der Schweiz. (Symbolbild)
Die Ladeinfrastruktur bleibt eine der grössten Herausforderungen für die Elektromobilität in der Schweiz. (Symbolbild)

Eine der grössten Herausforderungen bleibt der weitere Ausbau der Ladeinfrastruktur. Ende 2025 verfügte die Schweiz über rund 16'000 bis 18'000 öffentliche Ladepunkte, wobei das Netz in den Jahren 2024 und 2025 um etwa 20 Prozent gewachsen ist. Damit kommt auf ungefähr 15 bis 20 Elektroautos ein einziger öffentlicher Ladepunkt.

Besonders schwierig gestaltet sich das Laden für Mieterinnen und Mieter. Rund 64 Prozent der Schweizer Bevölkerung lebt in Mietwohnungen, wo die Installation einer eigenen Ladestation oft kompliziert ist. Vermieter müssen zustimmen, die Elektroinstallation muss angepasst werden, und häufig sind sowohl die Kosten als auch die Zuständigkeiten ungeklärt.

Insgesamt zeigt der Schweizer Automarkt im ersten Halbjahr 2026 ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite wachsen die Neuzulassungen und die Steckerfahrzeuge gewinnen an Marktanteil, auf der anderen Seite bleibt die Elektromobilität im Gesamtbestand hinter den politischen Zielen zurück. Die Zahlen stammen vom Branchenverband auto-schweiz sowie aus aktuellen Marktstatistiken.

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