Lukas BrunnerVIEW PROFILE →
Formel 1 2026: Die grosse Reglement-Revolution und Antonellis überraschende Führung
Neue Antriebseinheiten, bewegliche Flügel, leichtere Autos und mehrere neue Hersteller: Die Formel-1-Saison 2026 bringt das grösste technische Reglement seit Jahren. Zur Halbzeit führt Kimi Antonelli vor dem Grossen Preis von Italien in Monza.
Selten stand die Formel 1 vor einem so tiefen Umbruch wie in diesem Jahr. Die Saison 2026 bringt das grösste technische Reglement seit Jahren mit sich, und schon nach der Hälfte der Rennen zeichnet sich ab, dass sich die Machtverhältnisse im Fahrerlager spürbar verschoben haben.
Für die Fans bedeutet das eine Saison voller Fragezeichen und Überraschungen. Neue Antriebseinheiten, bewegliche Flügel und gleich mehrere zusätzliche Hersteller haben die Königsklasse verändert, und mittendrin liefern sich junge und erfahrene Fahrer einen packenden Kampf um den Titel.
Ein Reglement, das alles verändert
Im Zentrum der Saison steht ein grundlegend überarbeitetes technisches Reglement. Wie die Formel 1 offiziell festhält, wurden Antrieb, Aerodynamik und die Abmessungen der Fahrzeuge gleichzeitig neu gedacht, was einen der umfassendsten Regelwechsel der jüngeren Geschichte darstellt.
Die neue Antriebseinheit
Der wohl wichtigste Punkt betrifft die Antriebseinheit. Berichten zufolge zielt die neue Hybridtechnik auf ein Verhältnis von rund fünfzig zu fünfzig zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Leistung ab und stärkt damit die Rolle des elektrischen Anteils so deutlich wie nie zuvor.
Hinzu kommt ein weiterer grosser Schritt in Sachen Nachhaltigkeit. Die Fahrzeuge fahren neu mit vollständig nachhaltigem Kraftstoff, ein technischer Wandel, den die Formel 1 selbst als so gelungen bezeichnet, dass er im Idealfall von niemandem überhaupt bemerkt werden soll.
Bewegliche Flügel statt DRS
Auch aerodynamisch betreten die Ingenieure Neuland. An die Stelle des bekannten DRS tritt eine aktive Aerodynamik mit beweglichen Flügeln, die es den Fahrern erlaubt, auf festgelegten Geraden den Luftwiderstand gezielt zu senken und so leichter zu überholen.
Gleichzeitig wurden die Autos kleiner und leichter gebaut. Laut Reglement sank das Mindestgewicht um rund dreissig Kilogramm, was die Wagen wendiger machen und für spannendere Zweikämpfe auf der Strecke sorgen soll, nachdem die Fahrzeuge zuletzt immer schwerer geworden waren.
Neue Hersteller im Feld
Der Regelwechsel hat zudem frische Kräfte angelockt. Audi tritt mit einer selbst entwickelten Antriebseinheit an, Red Bull setzt neu auf Red Bull Powertrains in Zusammenarbeit mit Ford, Aston Martin wechselt zu Honda, und mit Cadillac steigt als elftes Team ein Neuling mit Ferrari-Antrieb ins Feld ein.
Ein neuer Kalender
Auch abseits der Technik hat sich einiges getan. Madrid trägt in dieser Saison erstmals den Grossen Preis von Spanien aus, sodass das Land mit Barcelona gleich zwei Rennen im Kalender führt, während der traditionsreiche Kurs von Imola aus dem Programm gestrichen wurde.
Der Kampf um den Titel

Sportlich sorgt vor allem ein Name für Schlagzeilen. Nach zwölf von dreiundzwanzig Rennen führt der junge Kimi Antonelli die Fahrerwertung laut aktuellem Klassement mit rund 242 Punkten an, satte 59 Zähler vor seinem Teamkollegen George Russell im zweiten Mercedes.
Antonellis Dominanz kommt nicht von ungefähr, gewann er doch Berichten zufolge fünf der ersten sieben Rennen. In der Konstrukteurswertung liegt Mercedes mit rund 425 Punkten klar vorne, während Lewis Hamilton in Barcelona seinen ersten Sieg im Ferrari feiern konnte.
Monza als nächster Prüfstein
Die nächste Gelegenheit, die Kräfteverhältnisse zu prüfen, steht unmittelbar bevor. Vom 4. bis zum 6. September gastiert die Formel 1 zum Grossen Preis von Italien in Monza, der als dreizehnter Lauf der Saison zu den schnellsten und geschichtsträchtigsten Rennen überhaupt zählt.
Ein historisches Jahr
In der Summe ist 2026 weit mehr als eine gewöhnliche Formel-1-Saison. Selten trafen ein derart radikaler Technikwechsel, mehrere neue Hersteller und ein offener Titelkampf so deutlich aufeinander, was der ganzen Königsklasse eine seltene Aufbruchstimmung verleiht.
Ob am Ende der erst am Anfang seiner Karriere stehende Antonelli seinen Vorsprung über die Ziellinie rettet oder die Konkurrenz in der zweiten Saisonhälfte zurückschlägt, bleibt völlig offen. Sicher ist nur, dass die Fans in den kommenden Wochen aussergewöhnlich genau hinschauen werden.






