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Aus Hinwil wird Ingolstadt: Wie Audi 2026 mit dem Schweizer Sauber-Team in die Formel 1 einsteigt

business2026-08-27 · 3 min read · 6 reads

Es ist der grösste Umbruch im Schweizer Motorsport seit Jahrzehnten: Audi übernimmt das Traditionsteam Sauber und wird 2026 zum Werksteam. Das Herz bleibt in Hinwil, der Motor kommt aus Deutschland, und mit Hülkenberg und Bortoleto startet eine neue Ära. Ein Blick auf das ehrgeizigste Projekt der Kö

Für die Schweizer Motorsportszene bricht eine völlig neue Zeitrechnung an. Mit dem Einstieg des deutschen Autoriesen Audi in die Formel 1 verschwindet ein Stück Schweizer Rennsportgeschichte und wird zugleich zur Grundlage für eines der ehrgeizigsten Projekte, das die Königsklasse des Automobilsports seit Jahren gesehen hat. Im Zentrum dieses Umbruchs steht das traditionsreiche Team aus dem beschaulichen Hinwil.

Die Übernahme eines Traditionsteams

Der Weg von Audi in die Formel 1 führt nicht über einen kompletten Neuaufbau, sondern über die Übernahme eines etablierten Rennstalls. Konkret hat Audi die Sauber Motorsport AG erworben, jenes Schweizer Traditionsteam, das seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Formel 1 ist. Ab der Saison 2026 wird der Betrieb in Hinwil zum offiziellen Werksteam von Audi und tritt fortan unter dem Namen der Marke mit den vier Ringen an.

Dieser Schritt markiert das Ende einer Ära, denn der Name Sauber, der über Jahrzehnte für Schweizer Ingenieurskunst und Beständigkeit stand, verschwindet damit aus der Startaufstellung. An seine Stelle tritt ein globaler Automobilkonzern, der mit enormen Ressourcen und einer klaren Vision antritt, um an der Spitze des Motorsports mitzumischen und die Marke Audi neu zu positionieren.

Aus Hinwil wird Ingolstadt: Wie Audi 2026 mit dem Schweizer Sauber-Team in die Formel 1 einsteigt

Das Herz bleibt in der Schweiz

Trotz des deutschen Eigentümers bleibt die Schweiz das schlagende Herz dieses ambitionierten Projekts. Sowohl das Design der Rennwagen als auch der gesamte Rennbetrieb verbleiben weiterhin am angestammten Standort in Hinwil im Kanton Zürich. Damit bleibt die jahrzehntelang aufgebaute Kompetenz und das Fachwissen der Region erhalten und bildet das Fundament für die Zukunft des Werksteams.

Ganz anders sieht es hingegen beim Antrieb aus, dem technischen Kernstück eines jeden Formel-1-Boliden. Die Audi Power Unit, also die hochkomplexe Antriebseinheit, wird an Audis eigenem Motorsport-Hauptsitz im deutschen Neuburg an der Donau entwickelt und gefertigt. So verbindet das Projekt Schweizer Chassis-Expertise mit deutscher Motorenbaukunst zu einer grenzüberschreitenden Einheit.

Um die technischen Kapazitäten weiter auszubauen, wurde zudem in eine dritte Säule investiert. Bereits im Juli 2025 eröffnete Sauber ein neues, hochmodernes Motorsport Technology Centre im britischen Bicester Motion. Diese Einrichtung ist gezielt darauf ausgelegt, die ingenieurtechnischen Kapazitäten des Teams zu erweitern und die Entwicklung auf höchstem Niveau voranzutreiben.

Das neue Reglement und der Antrieb

Der Zeitpunkt des Einstiegs im Jahr 2026 ist kein Zufall, denn er fällt mit einer der grössten technischen Revolutionen in der Geschichte der Formel 1 zusammen. Die neue Audi Power Unit ist präzise auf das neue Reglement der FIA für das Jahr 2026 ausgelegt und verkörpert die Zukunftsvision des Sports, in der Nachhaltigkeit und Spitzentechnologie Hand in Hand gehen sollen.

Technisch gesehen handelt es sich bei der Antriebseinheit um einen 1,6-Liter-V6-Turbomotor mit Hybridunterstützung. Das Besondere daran ist die neue Leistungsverteilung, die zu gleichen Teilen aus dem Verbrennungsmotor und der elektrischen Energie stammt, also ein Verhältnis von fünfzig zu fünfzig aufweist. Damit rückt die Elektrifizierung so stark in den Vordergrund wie nie zuvor in der Königsklasse.

Ein weiterer entscheidender Baustein dieser neuen Ära ist der Kraftstoff selbst. Der Antrieb wird ausschliesslich mit hundert Prozent nachhaltigem Treibstoff betrieben, was voll und ganz den Zielen der Formel 1 entspricht, künftig klimaneutral zu agieren. Für Audi ist dies auch ein wichtiges Signal an die eigene Kundschaft und ein Beweis für die technologische Relevanz des Rennsports.

Zwei Fahrer für den Neuanfang

Ein Team ist jedoch nur so gut wie die Piloten, die es hinter dem Lenkrad vertreten, und auch hier hat Audi eine klare Wahl getroffen. Für die Debütsaison hat der Konzern die Fahrerpaarung bereits offiziell bestätigt. Antreten werden der erfahrene deutsche Routinier Nico Hülkenberg und der junge, aufstrebende Gabriel Bortoleto, eine spannende Mischung aus Routine und Jugend.

Diese Kombination erscheint durchdacht, denn sie vereint zwei wichtige Qualitäten für ein Team im Aufbau. Während Hülkenberg mit seiner langjährigen Erfahrung in der Formel 1 wertvolle Stabilität und technisches Feedback für die Entwicklung des neuen Autos einbringt, verkörpert Bortoleto das Talent und die Zukunft, auf die Audi seine langfristigen Ambitionen aufbauen möchte.

Insgesamt steht Audi vor der gewaltigen Aufgabe, das bestehende Sauber-Team in einen konkurrenzfähigen Werksrennstall zu verwandeln, bis der Startschuss 2026 fällt. Es ist ein Mammutprojekt, das die ganze Schweizer Motorsportwelt mit Spannung verfolgt. Ob aus dem beschaulichen Hinwil heraus tatsächlich die Speerspitze eines deutschen Grosskonzerns geschmiedet werden kann, wird eine der grössten Geschichten der kommenden Saison sein.

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